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(Stand: 16.10.2020)

Hier kommen die Antworten auf eure häufig gestellten Fragen zum Thema TSE in Deutschland:

Was ist eine TSE?

Stark vereinfacht ist die TSE (=Technische Sicherungseinrichtung) ein Sicherheitsmodul zum Manipulationsschutz von Kassensystemen. Sie soll dem Bund dabei helfen den Steuerbetrug einzudämmen.

Was macht die TSE?

Bei jedem Kassiervorgang werden die Kassendaten (Start, Ende und Betrag des Vorgangs) an die TSE weitergegeben. Die TSE erstellt daraufhin einen Code, der wieder an das Kassensystem zurückgegeben und anschließend auch auf den Bon gedruckt wird. Damit wird verhindert, dass nachträglich Beträge verändert werden.

Kleine Anmerkung: Bei unserem System wäre das schon immer unmöglich gewesen.

Was hat es mit der Zertifizierung der TSE auf sich?

Die TSE wird nicht von den Kassenherstellern, sondern Drittanbietern zur Verfügung gestellt. Es gib Hardware-TSEs, z.B. Sticks und Cloud-Lösungen. Wir werden als Cloud-Kassenanbieter auch mit einer Cloud-TSE arbeiten. Eine TSE darf nur dann genutzt werden, wenn sie vom BSI zertifiziert wurde. Hardware-TSEs wurden bereits im letzten Jahr zertifiziert, bei Cloud-TSEs dauert dieser Prozess etwas länger. Es sind bisher zwei Cloud-Anbieter im Zertifizierungsprozess, von denen bisher einer bereits durch ist. Wir rechnen derzeit damit, dass wir noch in diesem Jahr die TSE in Betrieb nehmen können (vorbereitet ist ja schon alles).

Ist eine TSE Pflicht?

Eine TSE wird für jeden Pflicht, der ein elektronisches Kassensystem nutzt. 15 der 16 Bundesländer (Ausnahme: Bremen) haben die Frist die länderspezifische Nichtbeanstandungsregelung bis zum 31.03.2021 verlängert. Allerdings war die verbindliche Beauftragung einer TSE bis Ende August bzw. Ende September verpflichtend, um weiterhin gesetzeskonform unterwegs zu sein.

Warum muss ich die TSE jetzt schon verbindlich bestellt haben?

Mit der verbindlichen Bestellung geht man der Forderung der Bundesländer nach und agiert im gesetzlichen Rahmen der länderspezifischen Nichtbeanstandungsregelung. Die Bestellung war je nach Bundesland bis zum 31. August bzw. 30. September 2020 Pflicht.

Bis wann muss ein Kassensystem mit einer TSE ausgestattet sein?

Bis spätestens 31.03.2021 muss jedes Kassensystem mit einer TSE ausgestattet sein. Allerdings müssen wir als Kassenhersteller sobald die Zertifizierung des TSE Herstellers vorliegt, diese nach einer gewissen Umstellungszeit in Einsatz nehmen. Wir dürfen in diesem Falle nicht bis zum Ablauf der Frist warten.

Was kostet die TSE und ab wann muss ich sie bezahlen?

Die Kosten der TSE werden erst fällig, wenn wir die TSE in Einsatz nehmen, ihr zahlt also nicht ab dem Zeitpunkt der Bestellung, sondert erst, wenn diese auch aktiv bei euch läuft. Für die TSE fallen 6,95 €/ Monat an, die wir an den Drittanbieter weitergeben.

Anmerkung: Die Kosten zur Entwicklung einer TSE sind enorm. Die TSE Anbieter sind hier im hohen 6-stelligen Bereich mit mehreren Jahren Entwicklungszeit. Dazu kommt die Arbeit bei den Kassenherstellern. Allein wir arbeiten seit 1,5 bis 2 Jahren an der Umsetzung. Dieser Aufwand ist auch für uns enorm.

Kann das Finanzamt mit der TSE auf alle meine Daten zugreifen?

Klare Antwort: Nein! Die TSE hat nichts mit einer einer Verbindung zum Finanzamt zu tun. Die TSE ist einzig und allein dafür da, dass Beträge im Kassenystem nicht nachträglich geändert werden können. Bei einer Kassenprüfung muss also ein Finanzbeamter (wie bisher auch) ins Geschäft kommen und nach einem Export fragen. Da hat sich nichts geändert. Früher war das ein GDPDU Export – zukünftig ist dieser besser strukturiert und heißt DSFin-VK Export.

Was ist der DSFinV-K Export?

Das ist eine neue digitale Schnittstelle für die Finanzverwaltung bei sogenannten Z3-Zugriffen oder bei einer Kassennachschau. Er ist der Nachfolger des GoBD (oder GDPDU Exports). Der DSFinV-K Export ermöglicht eine tiefergehende – vor allem aber einheitlich strukturierte – Überprüfung aller Kassenvorgänge und muss der Finanzbehörde – wie bisher schon der alte Export – jederzeit zur Verfügung gestellt werden können. Einige Daten werden aus der TSE benötigt, weshalb dieser Export erst mit Einführung der TSE verfügbar sein wird.

Muss ich wegen der TSE eine Kassenlade besitzen?

Nein, die TSE schreibt euch nicht vor, wo ihr euer Geld aufzubewahren habt. Die Kasse ist „studiolution“. Die Kassenlade ist nur der „Aufbewahrungsbehälter“ für Geld.

Was ändert sich für mich durch die TSE?

Im Normalfall solltet ihr bei der täglichen Arbeit nichts von der TSE spüren. Eure Kassenbons erhalten allerdings etwas mehr Informationen: Start- und Endzeitpunkt des Kassiervorgangs, Transaktionsnummer, die Seriennummer der TSE usw. Wir werden außerdem einen QR-Code abbilden aus dem Prüfer solche Daten schnell und einfach auslesen können. In studiolution wird in Finanzen der Punkt TSE mit den Transaktionsdaten hinzukommen.

Was passiert, wenn die TSE im laufenden Betrieb ausfällt?

Grundsätzlich muss immer eine Verbindung zwischen Kasse und TSE bestehen. Allerdings kann eine Technik auch mal nicht funktionieren. Aber keine Panik! In diesem Fall ist es erlaubt, die Kasse vorübergehend weiter zu nutzen. Der Hersteller (entweder der Kasse oder TSE) muss den Mangel aber unverzüglich beheben. Alle in diesem Zeitraum gemachten Kassiervorgänge werden entsprechend in der Kasse gekennzeichnet. Insofern ist es kein Problem, wenn die TSE mal ausfällt.

Kann ich bereits meine Kasse beim Finanzamt anmelden?

Einer die wesentlichen Teile der KassenSichV ist die Anmeldung der Kasse beim Finanzamt. Derzeit gibt es hierzu noch keinen weiteren Informationen, da das Finanzamt noch nicht so weit ist.

 

Weitere Infos zum Thema KassenSichV und TSE:

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